Bericht Klangreise WLZ 22.12.2014
22. Dezember 2014
Bericht Tag des Denkmals HNA 16.9.2014
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Musik mit Muschelhorn

Klangweltinstitut: Entspannendes Konzert mit ungewöhnlichen Instrumenten

 

VON MARISE MONIAC

ROSENTHAL. Was für ein Geräusch macht Wasser, wenn es von einer Schale in eine andere geschüttet wird? Ein schwappendes, genau. Dass mit derlei Effekten und vielerlei anderen kreativen Ideen richtige Musik zu machen ist, bewiesen Helga Wagner und Jochen Bischoff vom Klangweltinstitut Rosenthal bei einem Konzert in der Alten Schule.

„Es ist zwar Advent, aber es geht hier nicht um Weihnachtsmusik”, erklärte Helga Wagner schmunzelnd. Den Anfang machte eine knapp einstündige „Klangreise”, bei der die Zuhörer dazu animiert wurden, ihre eigene Fantasie zu entwickeln und sich zu entspannen.

„Ihr könnt ruhig einschlafen”, sagten die Musiker, „zwischendurch wecken wir euch immer wieder auf.” Die imaginäre Reise startete gut vernehmbar an einer Meeresküste: Ein philippinisches Muschelhorn, das sich wie ein Schiffshorn anhörte, und das Rauschen der Oceandrum ließen keinen Zweifel daran.

Weiter ging es mit zarten, verwehten Tönen scheinbar aus dem Nirgendwo, mit tiefem, beruhigendem Walrossschnauben und mit melancholischen Melodien von Indianer- und Hirtenflöten. Andere verblüffende Geräusche kamen von einem Didgeridoo aus Eukalyptusholz („Das Instrument wurde quasi von gefräßigen Termiten hergestellt”, erklärte Jochen Bischoff), einem Monochord aus Bischoffs eigener Werkstatt, meditativen Klangschalen und verschiedenen Trommeln und Gongs.

Während der Pause, in der die Gastgeber Getränke und Gebäck bereitstellten, wurde lebhaft diskutiert über die ungewöhnliche Musik und die erzielten Effekte.

Im zweiten Teil des Konzerts kamen weitere Instrumente, wie verschiedene Harfen, eine Konzertina und eine Cister — also ein Zupfinstrument ähnlich einer Mandola — zum Einsatz. Gespielt wurde irische und französische Folklore mit teils schwermütigen und verträumten, teils aber auch eher lustigen und leicht eingängigen Melodien.

„Früher habe ich die Tonfolgen aufgeschrieben, aber inzwischen habe ich viele Stücke im Kopf“, erklärte Helga Wagner. Da gab es natürlich auch Gelegenheit zum Improvisieren oder zum Vorstellen eigener Kompositionen („Diese Melodie ist mir in Portugal zugeflogen.”).

Tanzmusik aus Irland („Falls es euch nicht mehr auf den Stühlen hält — hier ist Platz genug”) und eine vom hessischen Wohnort inspirierte Tonfolge („Wir haben das Stück ‘Rose Valley’ genannt, vielleicht wird es ja mal eine Art Hymne”) vervollständigten das Programm. Zum Abschluss gab es spanischen Flamenco — dargeboten allerdings auf ungewöhnliche Weise mit Harfe und Cister. „Aber über normale Regeln der Musik setzen wir uns sowieso hinweg”, so Jochen Bischoff. Begeisterter Applaus.